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Das durchgängige schuleigene Förderkonzept

Die Kinder kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen aus unterschiedlichen Elternhäusern und Einrichtungen zu uns in die Schule. Es ist nun unsere Aufgabe, unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen unserer Schülerinnen und Schüler fachliche und überfachliche (personale) Kompetenzen zu vermitteln. Wir achten im Besonderen auf:

-          Fachkompetenz
(Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen; Wissen und Fertigkeiten in den weiteren Fächern)
-          Selbst- und Sozialkompetenz
(Kommunikation, Reflexion, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit)
-          Methodenkompetenz (Lern- und Arbeitstechniken)
-          Medienkompetenz

Die Vermittlung dieser Kompetenzen geschieht bei uns auf der Grundlage einer fortlaufenden Diagnostik ab Einschulung und einer gezielten Förderplanung mit Unterstützung der sonder- und sozialpädagogischen Fachkräfte.

  • Beim Einschulungsverfahren wird eine selbsterstellte Testung vorgenommen. Getestet und beobachtet werden von Schulleitung und Sozialpädagogin die Bereiche „Wortschatz“, „Mathematische Vorläuferfähigkeiten/ simultane Erfassung“, „Visuelle Wahrnehmung“, „Feinmotorik“ und „Logisches Denken“. Zusätzlich besucht die Sozialpädagogin die potentiellen Schulneulinge in den Kindertageseinrichtungen und beobachtet dort das Sozialverhalten sowie das Erzählverhalten / die Sprache in der Gruppe.
  • Ab Einschulung sind dann eine fortlaufende gezielte Beobachtung der Kinder in den verschiedenen Bereichen und Austausch dazu im multiprofessionellen Team wichtige Bestandteile der Diagnostik. Förderkonferenzen finden zweimal pro Halbjahr statt.
  • Gleich zu Beginn der Schuleingangsphase wird mit Unterstützung der sonderpädagogischen Fachkräfte eine Testung zu den mathematischen Vorläuferfähigkeiten und der phonologischen Bewusstheit der Kinder durchgeführt, um aufbauend zu fördern. Nach Möglichkeit wird die jeweilige Bildungsdokumentation der besuchten Kindertageseinrichtung hinzugezogen.
  • Zunehmend werden schriftliche Übungen und ab Klasse 3 auch schriftliche Arbeiten eingesetzt, um die Lernentwicklung bzw. den Lernstand der Schülerinnen und Schüler angemessen zu erfassen. Die Übungen und Arbeiten werden in den Klassen eines Jahrgangs parallel geschrieben.
  • Unterstützend werden die computergestützten Diagnostiken durchgeführt. Die Zeitpunkte der Durchführung sind z. T. durch die Programme festgelegt.
  • Im Bereich „Deutsch“ sind es
    -          das Onlineprogramm „Grundschuldiagnose Deutsch“ von Westermann
    Für die Kinder werden hier in regelmäßigen Abständen Tests freigeschaltet, die automatisch ausgewertet werden und Aufschluss über den Lernstand geben. Auf der Grundlage der Diagnostik stehen uns dann individuell auf das Kind zugeschnittene Fördermaterialien zur Verfügung.
    -          und das Computerprogramm „ELFE 1-6“
    Vom Kind bearbeitete Leseaufgaben mit anschließender diagnostischer Auswertung geben Aufschluss über den individuellen Lernstand sowie über den Stand innerhalb der Vergleichsgruppe. Mit dem dazugehörenden Trainingsprogramm „Lesespiele“ werden die Kinder individuell fortschreitend im Bereich „Lesen“ gefördert.
    Im Bereich „Mathematik“ steht uns das Computerprogramm „Alfons“ zur Verfügung. Für alle vier Jahrgangsstufen gibt es zu den wichtigen mathematischen Inhalten Übungsaufgaben zur Auswahl. Bei einer Testung bearbeiten die Kinder eine Reihe von Aufgaben auf Zeit. Die anschließende diagnostische Auswertung gibt unmittelbar Aufschluss über den individuellen Lernstand sowie über den Stand innerhalb der Vergleichsgruppe und liefert Ansätze für die weitere Förderung.
  • Unsere Sonderpädagogen führen nach Bedarf folgende Testungen zur Diagnostik durch: SON-R 6-40 (Nonverbaler Intelligenztest), BUEGA (Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Grundschulalter), MSS (Marburger Sprach-Screening) sowie Kalkulie (Diagnose von Dyskalkulie).
  • Ein wichtiges Diagnoseinstrument stellen die landesweiten Vergleichsarbeiten im dritten Schuljahr („VERA 3“) dar. Sie sollen zur flächendeckenden Ermittlung der erreichten Kompetenzstufen der Kinder zu diesem Zeitpunkt dienen und ein systematisches Instrument darstellen, das zur Grundlage der Schulentwicklung dient. Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten werden zur Leistungsbewertung ausdrücklich nicht herangezogen. An unserer Schule werden sie als wichtiges Instrument zur Unterrichtsentwicklung gesehen. Ihre Ergebnisse dienen als Gesprächsgrundlage sowohl in Jahrgangsstufentreffen und Lehrerkonferenzen als auch in Schulkonferenzen. Die vereinbarten Konsequenzen werden seit Schuljahr 2017/2018 zusammengestellt und allen Kollegen zugänglich gemacht. Durch die jeweils neuen Vereinbarungen und eine systematische Nutzung der Aufgabentypen und –formate aus VERA 3 im Unterricht und in schriftlichen Übungen bereits ab Klasse 2 möchten wir eine Verbesserung unseres Unterrichts und damit eine noch bessere Förderung unserer Kinder erzielen.
  • Im Schuljahr 2017/2018 erproben wir zur Sprachstandsdiagnostik bei unseren Seiteneinsteigern die Profilanalyse nach W. Grieshaber und bei Kindern mit Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich die Lehrereinschätzlistezur differenzierten Beurteilung von schulbezogenem Sozial- und Lernverhalten bei Schülern ab 6 Jahren. Gewünscht wird für den Bereich Rechtschreibung die Anschaffung der „Hamburger Schreibprobe“ (HSP).

Auf Grundlage der so durchgeführten Diagnostik entscheiden wir über die entsprechende Förderung des jeweiligen Kindes. Unsere Förderung findet sowohl im Rahmen innerer Differenzierung als auch im Rahmen äußerer Differenzierung statt.

Zur inneren Differenzierung gehören an unserer Schule differenzierte und individualisierte Arbeitsaufträge, unterschiedliche Anschauungsmittel, unterschiedliches Arbeitsmaterial und individuelle Fördermappen, unterschiedliche Sozialformen, fächerübergreifender Unterricht, Stations- und Werkstattlernen sowie Projekte. Die innere Differenzierung kommt nicht nur unseren lernschwächeren, sondern gerade unseren begabten und hochbegabten Kindern entgegen. Offene Aufgabenstellungen, Aufgaben mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad und mit größerem Umfang oder Knobelaufgaben fordern diese Kinder. Kommt die innere Differenzierung hier an ihre Grenzen, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, in Teilbereichen am Unterricht anderer Klassenstufen teilzunehmen (Drehtürprinzip) oder in eine andere Lerngruppe zu wechseln. Eine Diagnostik von Hochbegabung kann durch unsere Sonderpädagogen mittels eines standardisierten Tests erfolgen.

Die äußere Differenzierung an unserer Schule kommt vorwiegend unseren lern- und sprachschwächeren Kindern zugute. Hier gibt es Einzel-, Kleinst- und Kleingruppenförderung mit unterschiedlichen Schwerpunkten, z.B. LRS, Sprachförderung, sonderpädagogische Förderung, mathematische oder motorische Förderung.

Die äußere Differenzierung ist an unserer Schule folgendermaßen organisiert:

  • Unsere Kinder mit ausgewiesenem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden stundenweise von unseren sonderpädagogischen Fachkräften entsprechend des Förderplans in äußerer Differenzierung gefördert.
  • Für unsere Seiteneinsteiger in Erstförderung gibt es eine Sprachfördergruppe, die von einer ausgebildeten DaZ-Lehrkraft geleitet wird. Diese Förderung findet täglich statt. Die Lehrkraft stellt für die Kinder der Gruppe eine individuelle Fördermappe zusammen, die von den Kindern auch im Klassenunterricht bearbeitet werden kann.
  • Die Anschlussförderung für unsere Seiteneinsteiger sowie die Sprachförderung für unsere Kinder mit Migrationshintergrund findet an vier Tagen 20-25 Minuten vor dem Unterricht in zwei Gruppen statt .Die Gruppeneinteilung erfolgt nach dem Sprachstand der einzelnen Kinder.
  • Die LRS-Förderung findet ebenfalls an vier Tagen 20-25 Minuten vor dem Unterricht in zwei Gruppen statt.
  • Die äußere Differenzierung in der Schuleingangsphase übernimmt vorrangig die sozialpädagogische Fachkraft unserer Schule.
  • Weitere Lehrkräfte stehen den Klassen 3 und 4 stundenweise für eine äußere Differenzierung zur Verfügung.

Jede Förderung in äußerer Differenzierung wird dokumentiert (s. Anhang). In besonderen Fällen wird von der Klassenlehrerin mit Unterstützung des multiprofessionellen Teams ein Förderplan geschrieben. Es gilt entsprechend der sonderpädagogischen Förderung die vereinbarte Zeitschiene.